Vanguard´s Grundsätze für erfolgreiches Investieren

Grundsätze für erfolgreiches Investieren findet man wie Sand am Meer. Welche das sind, darin geht die Investmentgesellschaft naturgemäß weit auseinander. Jeder ist überzeugt die richtigen Grundsätze für erfolgreiches Investieren und den Masterplan gefunden zu haben, um den Markt zu schlagen, die Wirtschaft richtig analysiert zu haben, das adäquate Market timing einzusetzen, die richtigen Aktien durch Fundamentalanalyse in das Portfolio genommen zu haben. Gleiches gilt auch für private Investoren. Letztendlich ist es so, dass sich die meisten auf Grundsätze konzentrieren, die man als Anleger in keinster Weise beeinflussen kann. Dabei wäre es erfolgsversprechender sich auf jene Grundsätze zu konzentrieren die man kontrollieren kann und damit auch die Performance des Portfolios beeinflusst. Einen sehr vielversprechenden Ansatz, welche Grundsätze für erfolgreiches Investieren man beachten, aber vor allem auch beeinflussen kann, hat Vanguard in einem aktuellen Paper aufgezeigt.

Ziele setzen

Der erste Grundsatz für erfolgreiches Investieren ist, dass klare und vor allem erreichbare Ziele gesetzt werden müssen. Ein Ziel, das wohl jeder im Auge hat, ist beispielsweise die Pensionsvorsorge. Je nach Alter könnte daher beispielsweise das Ziel sein, bis zu seinem Pensionsantritt eine definierte Summe angespart zu haben. Dadurch ergibt sich gleichzeitig der Zeithorizont und auch die geplanten Ansparraten, welche laufend für diesen Plan angedacht sind. Die geplante Asset Allocation, welche zum Erreichen des Ziels führen soll, sollte ebenfalls Teil des Plans bzw. der Zielsetzung sein.

Wesentlich hierbei ist ein realistischer Plan, in dem der Anleger auch seine möglichen Einschränkungen bedenkt. Kann die Ansparrate wirklich aufrecht erhalten werden und entspricht die Rendite einem realisitischen Mass. Hier knüpft die nächste wichtige Regel an. Ist das Risiko und die Asset Allocation langfristig vertretbar und für den Anleger auch „verkraftbar“.

Balance

Für die passende Balance als Grundsatz für das erfolgreiche Investieren muss gesorgt sein. Balance im Sinne einer passenden Asset Allocation. Diese sollte den Risiko- / Renditeerwartungen entsprechen und ein gut diversifiziertes Portfolio abbilden, um den Plan nicht unnötigen Risiken auszusetzen. Die Wahl der Asset Allocation eines diversifizierten Portfolios ist zu 88% für die Performance bzw. die Rendite des Portfolio verantwortlich und sollte daher gut überlegt sein.

Folgende Grafik zeigt den Einfluss der Asset Allocation anhand eines diversifizierten Aktien/ -Anleihenportfolios.

(Quelle: Vanguard´s principles for investing success, S. 10).

Die langfristigen durchschnittlichen Renditen liegen demnach, je nach Asset Allocation zwischen 5,5% (100% Anleihen) und 10% (100% Aktien). Deutlich ersichtlich ist aber auch anhand der Balken (entspricht der Besten- bzw. Schlechtesten Jahresentwicklung im Betrachtungszeitraum), dass mit höherer Aktiengewichtung die Volatilität steigt. Aktien sind demnach deutlich volatiler und mit mehr Risiko behaftet als Anleihen. Dennoch sollten Aktien im Portfolio auf jeden Fall berücksichtigt werden, da sie einerseits einen guten Schutz gegen Inflation bieten und andererseits den Renditetreiber des Portfolios darstellen. Je kurzfristiger der Anlagehorizont desto geringer sollte auch der Anteil am Portfolio ausfallen.

Auch im Hinblick auf Diversifikation kann der Grundsatz Balance genannt werden. Demnach sollten unterschiedliche Assetklassen berücksichtigt werden um einen ausgewogenen Asset Mix im Portfolio zu haben. Die Hauptklassen bilden demnach Aktien in eigener Währung, Anleihen (keine Unternehmensanleihen) in eigener Währung und Aktien in fremder Währung. Diese Haupklassen können wiederum sehr einfach durch breit diversifizierte Indexfonds abgebildet werden (bspw. MSCI Europe, oder MSCI all world, usw.). Das unsystematische Risiko kann damit weitestgehend reduziert werden. Um die Asset Allocation auch beizubehalten sollte das Portfolio in regelmäßigen Abständen auf deren Gewichtung kontrolliert werden und zumindest einmal jährlich die ursprüngliche Balance wieder hergestellt werden.

Kosten

 Einer der am stärksten beeinflussbaren Grundsätze sind die Kosten. Niemand kann nur annähernd die Kurse an den Märkten voraussehen. Die Kosten für den Anleger fallen hingegen mit Sicherheit an und diese schmälern die Nettorendite, vollkommen unabhängig davon, was der Markt anstellt. Vanguard´s nennt folgende Auswirkungen:

  • Höhere Kosten über längere Zeit können das Wachstum des Portfolios deutlich schmälern.
  • Kosten erzeugen eine unvermeidbare Differenz gegenüber der Marktentwicklung. Diese kann durch die Wahl niedriger Kosten zumindest kleiner gehalten werden.
  • Indexfonds und ETF zeigen langfristig eine deutlich bessere Performance als Fonds mit höheren Kosten.

Neben den direkten Kosten durch die Investmentvehikel bzw. Transaktionen gilt es auch die Steuern als Kostenfaktor im Auge zu behalten. Die Märkte können durch den Anleger nicht beeinflusst werden. Die Kosten kann der Anleger dagegen gänzlich kontrollieren.  Je geringer die Kosten desto höher der Anteil an der Marktperformance.

Disziplin

Der größte Feind des Anlegers ist wohl der Anleger selbst oder besser gesagt seine Emotionen. Diese sind oftmals Schuld daran, dass die ausgefeiltesten Investmentpläne einfach nicht funktionieren wollen. Grundsätze wirken nur so gut, wie sie auch beachtet und umgesetzt werden. Häufig werden einfache, aber wirkungsvolle Grundsätze nicht beachtet. Dazu zählen unzureichendes Rebalancing des Portfolios, die Versuchung des Market Timings oder das „Performance Chasing“. Sind die Grundsätze definiert und das Ziel festgelegt ist man als Anleger gut beraten, die unaufhörliche Informationsflut der Wall Street, den Nachrichten, der Bekannten und Anlageberater auszublenden. Grundsätze und Ziele wurden schließlich dafür definiert um sie auch einzuhalten. Führen schwache oder stärkere Marktverwerfungen schon zu einem Zweifeln an seinen Grundsätzen, dann war der Anleger wohl nicht ehrlich zu sich selbst was seine Risikoaversion angeht. Das Verwerfen der geplanten Strategie und seiner Grundsätze kann den Anleger teuer zu stehen kommen und sollte wohl überlegt sein.

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